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Raumplan: BAUEN IM BESTAND MIT BIM

Hannes M. Röhl, 2020:
Wir nutzen in unserem Büro gerne die Möglichkeiten, die Serviceplus bietet. In regelmäßigen Intervallen nehmen wir uns Zeit für die Fortbildung mittels der bereitgestellten Tutorials und Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf Allplan Connect.

Dabei ist der Informations- und Wissensaustausch mit unserem lokalen Vertriebspartner Frank Will eine willkommene und wichtige Ergänzung zu den Angeboten von Serviceplus.

Um unsere Arbeitsprozesse im Büro zu optimieren und das Potential von Allplan auszuschöpfen, ist unseres Erachtens Serviceplus eine sinnvolle und notwendige Ergänzung.

Das ganze Interview zum Download: BIMimBestand_mit_Raumplan (278 Downloads)

Viel Spass beim lesen, ALLPLAN Handelsvertretung Frank Will

Messe Frankfurt – Tor Nord, Ovaldach – Ingo Schrader Architekt BDA,

ARCHITEKTUR UND IDENTITÄT

Ingo Schrader plante und realisierte für die Messe Frankfurt in den vergangenen Jahren verschiedene Bauvorhaben, darunter das Tor Nord, das mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnet wurde, sowie diverse Wachgebäude. Obwohl es sich meist um Bauvorhaben kleineren Umfanges handelt, stellen die entstandenen Bauten präzise Eingriffe zur Stärkung der Identität und Unternehmenskultur der Messe Frankfurt dar. Der Architekt verwendete für die Entwurfs- und Ausführungsplanung über alle Leistungsphasen hinweg Allplan Architecture.
Aber auch zum Erstellen von Präsentationsunterlagen und als interne Entwurfskontrolle setzte er Allplan erfolgreich ein. Die Bandbreite der Projekte umfasst dabei sowohl Neu- und Umbauten als auch Innenraumgestaltungen im Gebäudebestand der Messe. Mobile Unterstände, eine Busvorfahrt, neue Wachgebäude und der Umbau von Foyerflächen
gehörten zu den vielfältigen Bauaufgaben.

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„Mir ist das gebaute Ergebnis wichtig. Daher versuche ich, das Projekt von der Idee bis zur Fertigstellung so lange zu begleiten, dass ich die Qualität der Architektur sicherstellen kann.“

DIE HERAUSFORDERUNG

Das Tor Nord ist das Haupttor des Messegeländes. Es handelt sich um ein weithin sichtbares
ovales Stahldach, welches das darunterliegende Wachgebäude und den Kontrollbereich der Zufahrt vor Wind und Wetter schützt. Die Eindeckung des Daches besteht aus mit Polyurethan beschichteten Furnierschichtholzplatten. Die optische Präsenz des Daches beruht auf seiner exponierten Lage auf einer Brücke und seiner filigranen Konstruktion. Knapp 600 Quadratmeter Dachfläche mit einem Gesamtgewicht von 110 Tonnen werden von vier
Stahlstützen mit jeweils dreieckiger Grundfläche getragen. Das parametrisch entwickelte, innovative Tragwerk aus Flachstahllamellen erinnert an natürliche, gewachsene Strukturen und bildet den Kräfteverlauf bei der unregelmäßigen Stützenstellung ab. Für die Planung stellte sich diese unregelmäßige Tragstruktur mit unzähligen Trägerzuschnitten als Herausforderung dar. Eine Beurteilung und Überprüfung dieser Tragstrukturen anhand von Schnitten war praktisch unmöglich. Neue Wachgebäude Ingo Schrader entwickelte im Zuge der Arbeit am Tor Nord eine Typenfamilie von Gebäuden unterschiedlicher Größe. Die Besonderheit lag darin, den kleinen Wachgebäuden eine Präsenz inmitten der großvolumigen Messearchitektur zu geben.

  • Anforderungen, technische Aspekte und Beiträge der Projektbeteiligten integrieren
  • Komplexität reduzieren durch innovative, ganzheitliche Lösungen
  • Identität schaffen mit Architektur

Denn sie liegen an der Grenze zwischen öffentlichem Raum und Messegelände und stellen somit den Erstkontakt zwischen der Messe und ihren Besuchern und Ausstellern her.
Nach funktionalen und städtebaulichen Analysen wählte der Architekt eine dreieckige Grundrissform. Die konstruktive Grundlage bildet ein Stahlskelett mit vorgehängter Aluminiumfassade. Der rote Farbton der Fassaden entspricht der Unternehmensfarbe
der Messe. Die Wachgebäude bieten Platz für ein bis vier Arbeitsplätze. Gemeinsame Merkmale, wie der dreieckige Grundriss, identische Brüstungs und Attikahöhen, ähnliche Fensterformate sowie Farbe und Materialität der Fassade lassen sie als „Familie“ erkennen. Dank ihrer auffälligen Farbe sind die Wachgebäude auf dem Messegelände weithin sichtbar und markieren strategisch wichtige Knotenpunkte, wie zum Beispiel die Einfahrtstore.

DIE LÖSUNG

Nach den ersten Handskizzen und konzeptionellen Überlegungen nutzte Ingo Schrader Allplan
Architecture schon in der frühen Entwurfsphase, um 3D-Modelle zu erstellen, mit denen das Konzept weiter entwickelt und überprüft wurde.  Um anderen Projektbeteiligten Situationen im Detail zu veranschaulichen oder Varianten mit dem Bauherrn zu diskutieren, verwendete das Büro im weiteren Planungsverlauf digitale Skizzen oder Renderings. Allplan Architecture half dem Architekten dabei, seinen Entwurf dreidimensional zu durchdenken und auf Details wie Fügungen, Übergänge und Eckausbildungen zu überprüfen. Dank des 3D-Modelles konnte der Architekt seinen Entwurf stets ganzheitlich als volumetrischen Körper betrachten. Hierbei stand Allplan Architecture ihm vom Entwurf bis zur Ausführung als leistungsfähiges Werkzeug zur Seite und unterstützte die integrierte Arbeitsweise. Diese zeichnet sich durch eine intensive
Kommunikation sowie einen regen Datenaustausch mit anderen Projektbeteiligten aus.
Insbesondere im Fall des Ovaldachs am Tor Nord wollte der Architekt auf eine 3D-Arbeitsweise nicht verzichten. Durch die unregelmäßige Tragstruktur ergaben sich zahlreiche unterschiedliche Trägerzuschnitte und komplexe Situationen. Diese konnte man anhand von 2D-Planunterlagen nicht beurteilen oder prüfen.

  • Allplan Architecture ist durch seine große Funktionsvielfalt für alle Leistungsphasen und
    Projekttypen durchgängig einsetzbar.
  • Die integrierten Schnittstellen ermöglichen denreibungslosen Datenaustausch mit externen
    Fachplanern.
  • Leistungsfähige Werkzeuge für 3D-Modellierungund Rendering bieten vielfältige Möglichkeiten fürEntwurfskontrolle und Präsentation.

Um dieses Problem zu lösen, wurde das 3D-Modell des Stahlbauers in Allplan Architecture eingelesen und konnte anschließend.in der 3D-Ansicht geprüft werden. Dann wurden Screenshots von verschiedenen Blickwinkeln erstellt und mit Anmerkungen versehen. Mittels dieser Unterlagen erfolgte der Korrektur-Rücklauf zum Stahlbauer. Am Ende stand ein Bau, der bei allen komplexen Anforderungen scheinbar ganz einfach geworden ist: funktional und gleichzeitig ästhetisch, mit einer Tiefenwirkung auf den zweiten Blick und einer eigenen Identität

COPYRIGHTS by:

Bauherr: Messe Frankfurt Venue GmbH
Architekt: Ingo Schrader Architekt BDA, Berlin
Tragwerksplanung: Bollinger + Grohmann
Ingenieure, Frankfurt a. M.
Lichtplanung: Licht Kunst Licht AG, Berlin
Messe Frankfurt – Tor Nord, Wachgebäude Typ L unter dem Ovaldach;
Foto: Ingo Schrader

„Wir nutzen Allplan Architecture als 3D-Lösung für die interne Entwurfskontrolle
und Präsentationen. Oder als digitale 3D-Skizze, um Projektbeteiligten ein Detail zu veranschaulichen oder eine Variante mit dem Bauherrn zu diskutieren. Allplan Architecture ist das CAD-Werkzeug für alle Leistungsphasen, Größenordnungen und Aufgabenstellungen,
von Architektur bis zur Ausstellungsgestaltung oder dem Design.“

INGO SCHRADER ARCHITEKT
Ingo Schrader studierte Architektur an der Technischen Universität in Braunschweig und am IUAV (Istituto Universitario di Architettura Venezia) in Venedig. Von 1992 bis 1995 leitete er das Büro von Prof. O. M. Ungers in Frankfurt am Main, wo er 1995 sein eigenes Büro eröffnete. 2007 folgte der Umzug nach Berlin. Das Büro ist überwiegend für gewerbliche und öffentliche Bauherren tätig. Die Arbeitsbereiche reichen dabei von Bauen im Bestand über Corporate Architecture bis hin zu Entwürfen für Mobiliar und Ausstellungsgestaltung. Neben seiner
praktischen Tätigkeit als Architekt unterrichtete Ingo Schrader an der MSA (Münster School of
Architecture). Im Rahmen der 15. Architekturbiennale in Venedig 2016 beteiligte er sich an der
Ausstellung „Time Space Existence“. Die Architektur von Ingo Schrader zeigt eine klare,
aufs Wesentliche reduzierte Formensprache und entwickelt aus jeder Aufgabenstellung und den Bedingungen des Ortes spezifische Lösungen. Die auf den ersten Blick minimalistischen Bauten erhalten durch ihre Proportionen, ihre Materialität und Detaillierung eine besondere Präsenz.

ALLPLAN ist ein führender europäischer Anbieter von offenen Lösungen für das Building
Information Modeling (BIM). Seit über 50 Jahren unterstützt das Unternehmen die Baubranche
mit einem richtungsweisenden Software-Portfolio und treibt die Digitalisierung der Baubranche maßgeblich voran: innovativ, an den Anforderungen der Kunden orientiert – und mit bester Qualität „Made in Germany“.

ÜBER DAS UNTERNEHMEN ALLPLAN
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SKY-Tower, Bietigheim-Bissingen – Architektur und Stadtplanung KMB, Ludwigsburg

copyright by Architektur und Stadtplanung, KMB

Es ist eines der höchsten Bauprojekte, welche die Stadt Bietigheim-Bissingen je gesehen hat: das Wohn- und Geschäftshaus „SKY“. 18 Geschosse wird das Gebäude umfassen und damit das Gros der Bebauung der an Neckar und Enz gelegenen großen Kreisstadt um Längen überragen. Dass es überhaupt zu diesem gewaltigen Bauvorhaben gekommen ist, das mit 67 Metern Höhe seinem Namen alle Ehre machen wird, überraschte selbst die Planer des verantwortlichen Ludwigsburger Architekturbüros KMB ein wenig. Anfänglich waren nämlich die Wünsche des Bauherrn, der Bietigheimer Wohnbau GmbH, noch sehr viel kleiner ausgefallen.

copyright by Architektur und Stadtplanung, KMB

copyright by Architektur und Stadtplanung, KMB

2007 hatte die Stadt das Güterbahnhofsgelände zwischen Carl-Benz-, Bahnhofsstraße und Bahngleisen für 940.000 Euro vom Bund erworben. Die Vermarktung des Areals erwies sich zunächst als schwierig, weshalb Oberbürgermeister Jürgen Kessing dort den Bau eines Solitärs mit attraktivem Wiedererkennungswert anregte. So beauftragte die Bietigheimer Wohnbau
GmbH das Architekturbüro KMB, ein fünfgeschossiges Bürogebäude zu entwickeln. KMB brachte die Idee eines Hochhauses ins Spiel. Zwar bestanden zunächst noch Zweifel an der Finanzierbarkeit eines solchen, da jedoch der erste Mieter gleich fünf Geschosse auf einmal nutzen wollte, bat man KMB, die Idee weiterzuverfolgen. In der Vorentwurfsphase entstanden zehn verschiedene dreidimensionale Hochhausmodelle, die allesamt mit Allplan erstellt wurden. Am Ende fiel die Entscheidung auf die aktuelle und mittlerweile im Bau befindliche Turm- Variante. Überraschender Weise wurde der Konzeptentwurf, so wie er war, direkt von der Gemeinde akzeptiert und im vollen Umfang seiner 18 Geschosse genehmigt. Demnach sind die ersten zehn Etagen für Gewerbeeinheiten von 95 m² bis 345 m², die oberen acht wiederum für Eigentumswohnungen vorgesehen. Die 24 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen sind zwischen etwa 70 und 170 Quadratmetern groß. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei ca. 4.200 Euro. Zwei Penthäuser mit jeweils etwa 200 m² auf zwei Etagen bilden die „Spitze“ des Wohnkomforts. Der SKY-Tower läuft bei der Bietigheimer Wohnbau GmbH unter der Marke
„BW individual“, welche höchste Ansprüche an Standorte, Architektursprache, Raumprogramme, Materialien und Ausstattungslösungen stellt. Dementsprechend geht es bei SKY nicht nur um die Größe. Die Fassadengestaltung macht den Solitär zu einer regelrechten Sehenswürdigkeit. Hier wechseln sich weiße, dynamisch geschwungene Auskragungen, welche komplett umlaufende Balkone erlauben, sandwichartig mit den dunkleren Flächen einer lückenlosen Rundumverglasung ab. Eine fantastische Aussicht auf das Enztal und die Möglichkeit frischer „Höhenluft“ dürften den Bewohnern der höheren Etagen somit garantiert sein. Echtholzparkett und Fußbodenheizung, Aluminiumfenster mit Dreifachverglasung, eine hochwertige Sanitärausstattung und großformatige Fliesen zeigen wiederum, dass auch der Innenraum von SKY seiner äußeren Klasse in nichts nachsteht.

copyright by Architektur und Stadtplanung, KMB

copyright by Architektur und Stadtplanung, KMB

Die Konstruktion dieses auffälligen und edlen Riesen stellte KMB vor spezielle Herausforderungen, welche auch die Zusammenarbeit mit neuen Fachingenieuren
erforderlich machten. So benötigte es etwa einen Windgutachter, um die sichere Befestigung der Bodenbeläge für die Balkone zu gewährleisten, die bei hohen Windgeschwindigkeiten immensen Kräften ausgesetzt sind. Ferner musste ein Beschleunigungsgutachten für die Bewegungen des Hochhauses erstellt werden. Eine weitere Herausforderung stellte der Lärmschutz gegen den Bahnverkehr durch den benachbarten Bahnhof dar. Die Höhe von über 60 Metern erforderte zudem aus brandschutztechnischen Gründen die Integration eines zweiten Aufzugs und zusätzlichen Fluchttreppenhauses. Im August 2014 wurden die Fundamente des Hochhauses gelegt. Noch im selben Monat begann der Hochbau. Bei einer geschätzten Bauzeit von zwei Jahren wird Bietigheim-Bissingen voraussichtlich im Juli/August 2016 eine neue imposante Landmarke erhalten. Und die verschiedenen Nutzer des SKY-Towers werden sich dann an hochwertigem Wohn- und Büroraum mit spektakulärem Panoramablick erfreuen können.

Die Die KMB PLAN | WERK | STADT GmbH wurde am 01.07.1995 von Architekt und Stadtplaner Dipl.-Ing. (Uni) Michael Kerker, Vermessungsingenieur Dipl.-Ing. (FH) Uwe Müller und Architekt Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Braunbeck gegründet.

PROJEKTINFORMATIONEN IM ÜBERBLICK
Schwerpunkt: Wohn- und Geschäftsgebäude
Eingesetzte Software: Allplan Architecture
Projektdaten:
Bauherr: Bietigheimer Wohnbau GmbH
Architekt: KMB
Baubeginn: August 2014
Fertigstellung: Juli/August 2016

„Allplan haben wir vom ersten Vorentwurf bis durch die Werkplanung verwendet. In der Entwurfsphase wurde das Gebäude in 3D gezeichnet, um der Bauherrschaft und der Baurechtsbehörde die bauliche Wirkung des Turms mit seinen geschossweise
variierenden umlaufenden Balkonen zu verdeutlichen, was letzten Endes geholfen hat, alle von der Qualität des Entwurfs zu überzeugen.“
Mike Geer, Architektur und Stadtplanung, KMB

03.2016 Allplan GmbH, Munich, Germany; © Projekt: SKY Tower Bietigheim-Bissingen; Architekt: KMB; Copyright Bildmaterial: Bietigheimer Wohnbau

Evangelische Grundschule Karlsruhe, Deutschland – wulf architekten, stuttgart

Ein besonderes Lernkonzept stellt oft auch spezielle Anforderungen an die Struktur eines Schulgebäudes. Das Projekt „Evangelische Grundschule Karlsruhe“ von wulf architekten, bei der das Montessori-Konzept verfolgt wird, ist hierfür ein gutes Beispiel. Das Bauprojekt der Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Baden besteht aus zwei klar umrissenen, zweigeschossigen Einzelbaukörpern (Grundschule und Sporthalle), die sich um einen gemeinsamen Hof gruppieren. Dieser zentrale Schulhof ist zugleich der Zugangsplatz für alle Bereiche und schafft eine prägnante Außensituation mit einem hohen Identifikationswert.

copyright by wulf architekten

copyright by wulf architekten

Beim Bau der Grundschule kommt das Montessori-Konzept vor allem bei der Raumaufteilung zum Tragen: So schließen sich an die vier Klassenräume à 80 Quadratmeter die sogenannten Förderräume direkt an, in denen die Kinder bei Bedarf eine spezielle Förderung erhalten. Der großzügige, offene Flurbereich des Schulgebäudes wird in Anlehnung an die Montessori-Pädagogik zum sogenannten „Lernhaus“. Dieses Lernhaus beherbergt Spiele und Lernmaterialien unter einem Dach und vereint diese Bereiche zu einer einzigen Funktionalität.
Das Lernhaus soll den Schülern eine größere Lernfreiheit ermöglichen und ist entsprechend mit speziellen Sitz- und Stehmöbeln ausgestattet, die flexibel einsetzbar sind. Da sich Fluchtwege in einem solchen belebten Lernhaus nicht realisieren lassen, greifen wulf architekten für diesen Zweck auf Fluchtbalkone und Fluchttreppen zurück.

copyright by wulf architekten

copyright by wulf architekten

Im Bereich der Außenfassade spielen die Farben rot und grün sowie das Fassadenraster eine domiante Rolle. Das Staccato der Fassade wurde zum Schutz der Privatsphäre der Schüler realisiert. Die freie Rhythmik entsteht auf Grundlage des Gebäuderasters und ist somit ein Vielfaches von 60 Zentimetern. Das Fassadenraster wird je nach dahinterliegender Nutzung dichter und bildet damit eine Art „Vorhang“, der sich rund um das gesamte Gebäude zieht. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Fassadengestaltung ist die Farbgebung. Die Gebäude sollen freundlich und einladend aber nicht „kindisch“ wirken. Die Schüler sollen sich ernst genommen fühlen. Im Ergebnis werden für die Fassaden verschiedene Grün- und Rottöne gewählt, die die Gebäude je nach Blickwinkel in einer anderen Farbe erscheinen lassen. Die silbernen Lamellen
dazwischen reflektieren darüber hinaus immer ein wenig die Farbe der gegenüberliegenden
Fassade und betonen somit den stets wechselnden Gesamteindruck des Gebäudes. Das Farbkonzept wird im Gebäudeinneren fortgeführt. Die Oberlichter wurden farblich so gestaltet, dass je nach Tageszeit ein völlig anderer Gebäudeeindruck entstehen kann. Die Sporthalle bildet den zweiten Gebäudeteil des Schulkomplexes. Die Halle ist rund drei Meter tief im Boden versenkt, der Anschluss an Geräteräume und Umkleiden wurde nur auf eine Längsseite gelegt. Darüber befindet sich die Schulverwaltung. Über der Erde lädt ein Pavillon die Passanten zum Besuch

Inzwischen ist der erste Bauabschnitt mit Grundschule und Sporthalle abgeschlossen und die Schule beherbergt Schüler der ersten bis vierten Klassen. In einem zweiten Bauabschnitt soll der Gebäudekomplex dann mit einer Realschule zur Gesamtschule erweitert werden.

wulf architekten ging aus dem 1987 von Tobias Wulf gegründeten Architekturbüro hervor und wird von Professor Tobias Wulf, Kai Bierich, Alexander Vohl, Jan-Michael Kallfaß, Ingmar Menzer und Steffen Vogt geleitet. Das Spektrum reicht von öffentlichen Bauten wie Kulturbauten, Schul- und Hochschulbau, Bürobau, Gesundheits- und Sportbauten über Wohn- und Sozialbau bis hin zum CI-Gewerbebau. Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich das Büro darüber hinaus mit Bauen im Bestand, innovativen Energiekonzepten und infrastrukturellen Großprojekten wie Messen und Verkehrsbauten sowie Generalplanungen. Neben diesen Schwerpunkten engagieren sich wulf architekten auch in der Lehre, den Berufsverbänden und als Fachpreisrichter. Derzeit beschäftigt das zunehmend international tätige Büro rund 100 Mitarbeiter.

„Das komplette Projekt wurde dreidimensional in Allplan entwickelt. Wichtige architektonische Entscheidungen konnten wir am 3D-Modell überprüfen.”
Ingmar Menzer, wulf architekten

PROJEKTINFORMATIONEN IM ÜBERBLICK

Schwerpunkt: Öffentlicher Bau/Schulbau
Eingesetze Software: Allplan Architektur
Projektdaten:
Bauherr: Schulstiftung der Evang. Landeskirche Baden
Planungsbeginn: März 2011
Fertigstellung:April 2013
Leistungsphasen: 2 bis 9
Baukosten: 8,25 Mio. Euro

© 07.2015 Allplan GmbH, Munich, Germany; © Fotos: Brigida Gonzále z, Stuttgart

Festhalle Neckartailfingen – Ackermann+Raff Architekten, Tübingen

Bei der Gestaltung der neuen Festhalle Neckartailfingen spielte die idyllische Umgebung mit der wunderschönen alten Neckarallee und dem Fluss elbst eine entscheidende Rolle. So wurde zum Beispiel das Astgeflecht der Alleebäume architektonisch aufgenommen und in der Dachkonstruktion als zentrales, gestaltprägendes Element umgesetzt. Neben dem Dach stellen die großzügigen Verglasungen im Bereich des Saals und des Foyers ein weiteres wesentliches
Gestaltungsmerkmal dar. Sie erlauben den Festgästen einen freien Blick auf die umgebende Natur.

COPYRIGHT BY ACKERMANN + RAFF

COPYRIGHT BY ACKERMANN + RAFF

Die neue Festhalle, entworfen vom Architekturbüro Ackermann + Raff aus Tübingen/Stuttgart, ersetzt ein Gebäude aus dem 20. Jahrhundert, das den Ansprüchen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht wurde. Der Neubau orientiert sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit dem Eingangsbereich ganz klar zur Allee und zum Neckar hin. Vor dem Haupteingang ist ein großzügiger Freiraum entstanden. So kann eine große Zahl von Veranstaltungsgästen bei gutem Wetter im Freien bewirtet werden. Außerdem macht der Festplatz vor der Halle den Neckar für die Besucher erlebbar. Um diesen Festplatz und seine Beziehung zum Fluss überhaupt möglich zu machen, wurde die Zugangsstraße zur Festhalle im Zuge der Neuordnung weiter vom Neckar entfernt neu gebaut. Die Halle selbst fungiert als Vermittler zwischen dem Neckar und dem Festplatz und bildet den räumlichen Abschluss der Neckarallee.

COPYRIGHT BY ACKERMANN + RAFF

COPYRIGHT BY ACKERMANN + RAFF

Das Dachtragwerk ist ein Flächentragwerk, das über eingebaute Stahlbleche an den Knotenpunkten von Hauptträgern und Nebenträgern entstanden ist. Analog dem Bild der sich überlagernden Äste und Zweige der Neckarallee wurde ein rautenförmiger Trägerrost konzipiert. Die zweiachsig gespannte Konstruktion des Trägerrostes wurde aus sichtbarem Leimholz gefertigt. Das Auflager wurde so erstellt, dass das Tragwerk nicht direkt auf der Pfosten-Riegel-Fassade aufliegt und somit filigraner erscheint. Durch die einzelnen Rautenfelder aus weiß lasierten Holzplatten, die unterschiedlich geneigt angeordnet sind, entsteht eine lebendige Deckenlandschaft. Diese Deckensegel verdecken auch die Installationen, die innerhalb der Dachkonstruktion untergebracht sind. Von außen wurde das Dach am Schluss extensiv begrünt. So entsteht quasi eine fünfte Fassade, die das Bauwerk auch von den höheren Lagen der Gemeinde Neckartailfingen aus gesehen attraktiv erscheinen lassen.

Die Festhalle selbst ist in zwei Gebäudeteile gegliedert: Den geschlossenen Bereich mit allen für den Bühnenbereich notwendigen Funktionen einschließlich des Mehrzweckraums und den offenen Bereich des Veranstaltungsraums mit den für die Besucher dienenden Funktionen. Während die Frontseite großzügig verglast wurde, besteht die geschlossene Fassade im Nordteil aus hinterlüfteten Faserzementplatten. Über den durchgängigen Bodenbelag aus
geschliffenem Sichtestrich wurden die öffentlichen Bereiche wie Saal, Foyer und Mehrzweckbereich optisch miteinander verbunden.“

„Die BIM-Lösung Allplan hat uns eine reibungslose
Zusammenarbeit mit unseren Fachplanern ermöglicht.””
GF Walter Fritz, Ackermann+Raff Architekten

Das Büro Ackermann + Raff wurde 1985 von Prof. Gerd Ackermann und Prof. Hellmut Raff in Tübingen gegründet und verfügt über rund 45 Mitarbeiter an den beiden Standorten Tübingen und Stuttgart. Das Ziel von Ackermann + Raff ist die Planung hochwertiger und nachhaltiger Architektur, verbunden mit einer Kosten-, Energie- und Terminoptimierung. Vorwiegend bauen sie für öffentliche Auftraggeber, Industrie und Gewerbe, für kommunale Wohnbauunternehmen sowie für soziale Einrichtungen. Ihre Bauten entstehen aus der intensiven Auseinandersetzung mit der Bauaufgabe und den Chancen und Bedingungen eines Ortes. Bestehende Qualitäten werden dabei ständig hinterfragt und in neue Formensprachen überführt. Dieser Prozess führt zu passgenauen und eigenständigen Lösungen, die keiner kurzfristigen Mode nacheifern.

PROJEKTINFORMATIONEN IM ÜBERBLICK
Schwerpunkt: Architektur/Öffentlicher Bau
Eingesetze Software: Allplan Architektur
Projektdaten:
Bauherr: Gemeinde Neckartailfingen
Planungsbeginn: 2009
Baubeginn: 2011
Fertigstellung: 2013
Gebäudefläche: 1.120 m²
Gebäudevolumen: 7.705 m³

© 04.2015 Allplan GmbH, Munich, Germany; © Fotos: Thomas Herrmann Photography